Kein gewöhnliches Leben   
Ausschnitte
Langsam beginnt die Abendsonne hinter der schwarzen Silhouette des Zimmerbergwaldes unterzugehen, als ein Schwall Fruchtwasser Annas Körper verlässt und sich über den spaltendurchzogenen Holzboden ergiesst. Auf ihr Rufen hin springt Judith herbei. „Bring hurtig einen Kübel mit Wasser und einen Lappen, Kind.“ Schwer atmend setzt sich Anna wieder auf den Bettrand. Während ihre Tochter das, was vom rissigen Holz noch nicht aufgesogen ist, notdürftig aufwischt, greift sich die Schwangere abermals mit schmerzverzerrtem Gesicht an Bauch und Rücken und keucht: „Schnell,
  Judithli, hol mir das Berti.“  
„Mutter schickt jetzt nach der Wehmutter“, ruft die Tochter dem Vater im Vorbeieilen zu, der in der Küche bei den Kleinen sitzt. „Wo ist eigentlich Anni?“, will er wissen. „Wahrscheinlich versteckt sie sich, weil ihr bange ist vor Mutters Stöhnen!“„Dann schick sie herein, wenn du sie siehst! Es dunkelt schon bald.“ „Aber, aber Anni!“, rügt er das verängstigte Kind, als es etwas später daumenlutschend vor ihm steht, „wo treibst du dich denn herum?, spring geschwind hinüber zur Luise. Sie soll zur Mutter kommen!“
Der Brauch gebietet es, dass sich erfahrene Nachbarinnen bei Geburten gegenseitig unterstützen und der Wehmutter zur Hand gehen. Heilfroh über den Auftrag, rennt Anneli los.

 
Hin und her gerissen zwischen Furcht und Zuversicht, blickt Ruoff dem Ereignis entgegen. Schweissgeruch, vermischt mit dem Gestank gegerbter Häute, mit denen er sich tagtäglich abplagt, umwabert ihn wie eine Wolke. Anna hat vorhin nicht umsonst die Nase gerümpft, als er ihr über den Kopf streichen wollte. Sobald Luise da ist, würde er zum Brunnen hinüber gehen, sich waschen und ein frisches Leinenhemd überziehen.  
Ist deine Mutter wieder so weit, Anni?“, erkundigt sich Magdalena Widmer freundlich, als sie genau in diesem Moment, in der Absicht frisches Wasser zu holen, vor ihre Haustüre tritt. Ohne den Gruss zu erwidern, huscht die Vierjährige  an ihr vorbei. Mit der redet man nicht. Die ist nicht ganz geheuer, behaupten Mutter und Luise. Nicht nur wegen der schwarzen Katzen. Einen riesiggrossen Hund hat sie auch, den sie fortwährend streichelt, und als wärs damit nicht genug, kräuseln sich fuchsrote Locken unter der hellbraunen Haube hervor. Das hätten sonst nur Hexen, sagt Luise. Bei schönem Wetter führt sie ihre weisse Geiss zum Waldrand hinauf und lässt sie dort fressen. Stets begleitet von Nero, dem mächtigen Hund, der so tief knurren kann, dass sogar starke Männer Respekt vor ihm haben. Hockt dann strickend auf einem Baumstrunk, bis es Abend ist. Einmal ist ein Gitzi mitgehüpft. Aber dann war es plötzlich nicht mehr da. Fürs Leben gerne hätte Anneli nur ein einziges Mal von der Geissenmilch gekostet, die Magdalena Widmer der Ziege allabendlich aus dem Euter zieht. Wenn es nur wüsste, ob sie wirklich eine Hexe ist. Luise Brügger hat mit schrecklich rollenden Augen zur Mutter gesagt, auf dem Hausgiebel der Widmerin würden mehr Krähen landen als auf andern Dächern. Gfürchig sei das. Misstrauisch äugt Anni zum Dach empor und atmet erleichtert auf. Keine Krähen … in Ewigkeit Amen.
Nachdenklich blickt Magdalena der Kleinen nach. Sie weiss sehr wohl, wie man im Dorf über sie denkt. Was die Alten munkeln, schert sie wenig. Dass die Kinder es nachmachen aber, ist
 bedrückend. Anni braucht Luise nicht lange zu suchen. Die stämmige Brüggerin steht draussen am Brunnen und schwenkt Tücher aus, die bald darauf an der Leine hängen. Energisch trocknet sie sich die Hände an der braunen Schürze ab und lauscht den Geräuschen, die von der Küche her zu ihr hinaus dringen. Marieli, ihre Älteste, rührt dort den Abendbrei aus Hirse, Hafer und Milch für die Familie. Mit ihren fünfzehn Jahren ist sie mir schon eine rechte Stütze, freut sich Luise. Bald wird’s Zeit für einen Ehemann. Zwar ist sie keine Schönheit, dafür kann sie für zwei werchen. Vater hat sich bereits unter den Schreinergehifen umgesehen. Es gäbe da ein zwei wackere junge Burschen darunter, sagt er. Sei einer fleissig, habe er ein anständiges Auskommen. „Wartet nicht auf mich mit dem Essen!“, ruft sie ins Haus hinein, „bei der Hüni Anna geht’s los!, komm, Anni, gehen wir!“Die Röcke raffend, klappert sie so schnell es die rutschigen Holzpantinen zulassen ins Nachbarhüsli hinüber und scheucht ein paar Hühner weg, die sich gackernd beim Hauseingang herumtreiben. Ruoff grüsst sie knapp, geht zum Brunnen, um sich notdürftig zu waschen und verzieht sich dann in den Schopf, wo er seine Nerven mit Holzhacken zu beruhigen versucht. Luise flösst ihm irgendwie Angst ein.„Se, Judith!“, hört er sie das Kind mit generalstabsmässiger Stimme anweisen, „gschweige die Kleinen. Gib ihnen Brei. Hast ja sicher vorrätigen im Ofenrohr, so wie ich deine Mutter kenne. Wenn du zu wenig hast, holst halt noch ein Becki voll beim Marieli drüben. Es hat genug. Und dann ab ins Bett mit Euch.  Ich bleibe jetzt da.“ Bei Anna in der Schlafkammer zupft sie frische, festgewobene Lilachen aus der Truhe. Längst kennt sie sich hier aus. War sie doch bisher bei jeder von Annas Geburten dabei. Ungern macht sie es nicht. Annas liebes Wesen passt ihr. Nie würde die ihr widersprechen. Und Luise liebt es, Leute herum zu kommandieren. Brüggers sind etwas vermögender als Hünis. Schaggi, Luises Mann, baut unten beim Seeufer Ledischiffe und beschäftigt zwei, manchmal sogar drei Gesellen. Was das Reden anbelangt, ist er das pure Gegenteil seiner Frau, schweigsam und verschlossen. Stets freundlich im Umgang mit seinen Untergebenen. Wehe aber dem, der seinen Zorn herausfordert. Der räumt besser das Feld so schnell er kann.  

Brotsuppe: Brot und Bölle
  fein schneiden. Im Schmalz oder Anken dünsten. Etwas Wasser und Salz dazu geben. 20 Minuten kochen. Milch einrühren.
 

Gestärkt durch eine Schüssel Brotsuppe, liegt Anna da. Stolz und glücklich, weil sie halb sitzend, den Rücken an die kissengepolsterte Bettstatt gelehnt, mit aufgestellten Knien, das Kind praktisch ohne Zutun der Wehmutter zur Welt gebracht hat. Ein gesundes, kräftiges Mädchen mit rabenschwarzem Haarflaum. Woher es den nur hat?, fragt sich Luise, und überhaupt … schon wieder nur ein Meitli, aber eben, war ja eigentlich vorauszusehen, bei den vielen Flecken in Annas Gesicht. Dazu das schlechte Nussjahr heuer. Als wärs damit nicht genug, noch das unselige Datum. Berti erledigt die Sache mit der Nachgeburt. Heisst Ruoff, diese in Ermangelung eines Apfelbaums unter der Birke zu vergraben. Von den
  Blättern gäbe es dann kommenden Frühling einen gesunden Aufguss gegen Gsüchti. Das Neugeborene, von Luise gewaschen und in weiches Linnen eingewickelt, liegt geborgen in Annas Armbeuge. Mit energischen Handgriffen rafft Luise die blutigen Bettlaken zusammen, um sie im Fass im Hof hinten einzulegen. Auswaschen kann Anna das Zeugs dann selber, sobald sie wieder auf den Beinen ist. Berti, die bis auf die weisse Haube schwarz gewandete, etwas krähenhafte alte Hebamme, steht am Fussende des Bettes. Auch sie ist erschöpft. Nicht dass die Geburt schwierig gewesen wäre. Anna hat ja praktisch alles alleine geschafft. Siebzig Jahre und Gicht sind es, die ihr auf den Buckel drücken und ihr die aufgequollenen Finger krümmen.   Ruoff darf jetzt endlich zu seiner Anna.  „Auf den Namen Apollonia wollt ihr sie also taufen“, brummelt Berti missbilligend, „befürchtet ihr nicht, sie könnte mit diesem Namen später einmal Hoffart und Leichtsinn verfallen?“ „Mit Gottes Hilfe wird sie das nicht“, entgegnet Anna verträumt und blickt dabei Ruoff an. „Häja, sie will es halt jetzt so“, druckst dieser verlegen hervor.„So, so, sie will es so … seit wann bestimmen das die Weibsbilder?“ Berti beschleicht ein ungutes Gefühl. Diesem Kind ist kein normales Leben beschert. Sie spürt es in allen Eingeweiden. Freitag, der Dreizehnte, du lieber Himmel!, und Apollonia! …  Ach was, von mir aus, denkt sie, mag es kommen, wie es wolle, erleben werde ich das ja wohl kaum mehr.  „Fromm und fleissig soll sie werden, wie es sich für eine rechte Frau gehört. Soll einmal Kinder gebären, Gott, und einem guten Manne dienen.“ In der Gewissheit, damit ihrer Pflicht Genüge getan zu haben, verlässt die alte Hebamme das Haus und verschwindet mit ihrer speckigen Tasche in nächtlicher Dunkelheit.
„Sie ist ein in Glück gezeugtes Kind, der Name ist verdient“, flüstert Anna eigensinnig und betrachtet ihren Mann mit müden, dennoch wie von innen heraus leuchtenden Augen. Nicht umsonst heisst es im Volksmund, es würde ein tugendreiches, kluges Kind, wenn Mann und Frau bei der Befruchtung gleichzeitig Lust empfunden hätten. Hintereinander trippeln nun die Hüni Kinder auf Zehenspitzen ans Bett der Mutter heran, angeführt von Judith, die Bärbeli im Arm trägt. Von Schlafen war keine Rede im hellhörigen Haus. Ehrfürchtig versuchen sie einen Blick auf das Bündel in Mutters Arm zu erhaschen. Von dem im gelben Licht der schwächlichen Ölfunzel nicht viel mehr als ein schwarzes Haarbüschel zu sehen ist. „Hat Berti es unter dem Langnauer Kindlistein hervorgeholt“, fragt Judith neugierig. „Natürlich“, lächelt Anna und streicht ihrer Ältesten über den Kopf. Appollonia Hünis Leben hat nach der neunten Abendstunde des dreizehnten Septembers 1612 seinen  Anfang genommen. Anderntags drängen sich Nachbarinnen um Annas Lager herum und bewundern das Neugeborene. Jede mit einer Gabe in der Hand: Brot, Wein, Obst, sogar ein Töpfchen Schweineschmalz ist dabei.  
                                                                                                                       *

Der herbstliche Martinimarkt steht an. Überall sind Kirchweihen im Gange. Die Jugend rottet sich zu fröhlichen Gruppen zusammen und stürmt die Tanzbühnen bis hinauf nach Wädischwyl. Von Vätern ausgeliehene Fuhrwerke tragen die singende Jugend zu den Orten, wo es etwas zu festen gibt. Trüb hat Lone einen Tag frei gegeben. Glücklich mischt sie sich unter die Gleichaltrigen und tanzt ausgelassen, ohne sich näher auf einen bestimmten Burschen einzulassen. Leni hat es ihr zu Genüge eingeschärft.

„Pass auf, mein Schatz, dein Ruf ist schneller dahin, als du denkst. Ich rede aus Erfahrung.“

Ein paar Burschen wagen sich trotz Trine wieder ans Fenster der bildhübschen Apollonia. Ziehen aber unverrichteter Dinge ab. Keiner von ihnen hat es dem Mädchen angetan. Lenis Warnung und der erlebte nächtliche Überfall haben sie Vorsicht gelehrt. Am wohlsten fühlt sie sich in Gruppen, die ihr weitgehenden Schutz vor Übergriffen bieten und bei denen sie ihr junges Temperament ausleben kann.

Jeden Herbst bringt auch der Wümmet das Dorf nochmals in Feststimmung. Die Leute wollen den jungen Wein kosten und trinken wacker über den Durst. Trüb lässt Lone vorsichtshalber hinter dem schützenden Schanktisch arbeiten und serviert selber.

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Auch auf den Weinbauernhöfen herrscht heitere Stimmung. Beim „Krähhahnen“, nach Abschluss der Weinlese, bewirten die Weinbauern ihre Angestellten traditionell mit Suppe, Fleisch Gemüse, Rauchwürsten, Kabis und Hamme. Dazu fliesst der Wein in Strömen. Beim ersten Hahnenschrei findet das Fest sein Ende, um dann am darauffolgenden Sausersonntag mit Tanz und Maskentreiben nochmals aufzuflackern. Mägde vergessen kurzzeitig Mühsal und harte Arbeit bei der ungewohnt üppigen Speise und dem verlockenden Trank. Das Blut strömt heiss durch die Adern. Scheunen und Gebüsche werden zu raschelnden Liebesnestern. Pärchen wispern sich Torheiten in die Ohren, die anderntags bereits wieder vergessen sind. Es ist immer das gleiche Lied. Monate später verlieren Mägde ihre Stellen, werden mit dicken Bäuchen vom Hof gejagd. Einem elenden Leben in Armut und Krankeit ausgesetzt. Die Knechte hingegen kommen ungeschoren davon. Wie soll die Gefallene schon beweisen, welcher von ihnen der Vater des Kindes ist. Im Wirtshaus wird dann über die leichtsinnigen Weiber hergezogen. Nie soll mir das passieren, schwört sich Lone jedesmal, wenn sie während der Arbeit Zeuge solcher Beschimpfungen wird.

Auch Brügger Schaggi torkelt in früher Morgenstunde, gestützt von Luise, beseligt heimwärts, nachdem sie bei seiner Schwester Emmeli im Gugger zum „Krähhahnen“ eingeladen worden waren und er dem Wein kräftig zugesprochen hatte.

Auf der Höhe des Widmerhauses stutzt Luise und hält ihren angeheiterten Mann zurück. Im Türrahmen der offenen Türe steht eng umschlungen ein Paar.

„Guten Tag miteinander“, flötet sie anzüglich.

Erschrocken fahren die beiden auseinander. Es ist Ruoff, der sich von Leni verabschiedet. Ausgerechnet die müssen daher kommen, ärgert sich Leni und Ruoff versucht sich in einem Scherz: „Tag Schaggi, ist wohl früh geworden bei euch?“

 

Unter Cowboys

Rodeo-Time

     

Die Show startete mit Clowns. Zähe, mutige Burschen, die jederzeit bereit waren einzugreifen, sollte etwas Unvorhergesehenes passieren. Immer voll präsent, mal zu Pferd, mal zu Fuss, für die Sicherheit unentbehrlich, täuschten sie mit ihren Kapriolen Leichtsinn und Sorglosigkeit vor. Die Kälber, die von einer Ecke in die andere getrieben, mit den Lassos von galoppierenden Pferden aus eingefangen wurden, dauerten mich furchtbar. Sobald der Cowboy mit dem Lasso erfolgreich war, ritt er hart an das Kalb heran, liess sich auf das Tier fallen und brachte es mit Hilfe seines Körpergewichts zu Boden, wo er ihm blitzschnell die vier Füsse zusammenbinden musste. Exakt bis zu diesem Augenblick wurde die Zeit gestoppt, anschliessend durfte sich das befreite Tier wieder zu den andern begeben. Sieger war derjenige, der das alles am schnellsten zu Stande brachte.
Brahma- und Mex-Bullen wurden als Pausenfüller eingeschleust. Die Clowns föppelten und reizten sie zum Ergötzen der Zuschauer. Sie trieben das Spiel so weit, bis die Tiere angriffen. Sobald die Situation brenzlig wurde, rettete sich der Angegriffene mit akrobatischem Sprung auf den nächsten Zaun. Die Menge grölte.
Das Stierereiten war das Verrückteste, das ich je gesehen hatte. Der Stier stand in einem engen Gatter, welches zur Arena hinaus führte. Eine Gurte schnürte ihm die Lenden zusammen. Über dem Gatter stand der Reiter mit gespreizten Beinen. Er liess sich auf das Tier fallen, sobald das Glockenzeichen ertönte und vorne die Absperrung geöffnet wurde. Bockend stürmte das Tier mit dem Reiter hinaus auf den Platz. Wilde Verrenkungen zeigten, wie unangenehm dem Stier die Behandlung war. Keiner der Reiter konnte sich lange auf seinem Rücken halten.Man zählte die Sekunden. Lag der Reiter schliesslich am Boden, sprengte ein Cowboy auf seinem Pferd heran, befreite den Stier mit einer geübten Bewegung von der Gurte und trieb ihn vom am Boden Liegenden weg. Sogar Kinder liess man diesen rückenbrechenden Sport ausüben. Man sah viele Tränen!
Den Höhepunkt aber bildete das Broncriding. Auch die Broncos warteten in der Gatterschleuse mit vor Angst rollenden Augen auf den Reiter, der sich wie ein wildes Tier auf ihren Rücken plumpsen liess, sobald das Glockenzeichen ertönte. Wie bei den Stieren band man auch den Pferden eine Gurte um die Lenden, die blitzschnell zugezogen wurde, bevor sie bockend in die Arena hinaus stürmten. Der jeweilige Reiter durfte sich nur mit einer Hand festhalten. Fiel er runter, erlöste wiederum ein berittener Helfer das Tier von der Gurte. Auch hier zählten die Sekunden.
Broncrider waren die Helden des Tages. Sie genossen ein hohes Ansehen, stellten sozusagen die Verkörperung des Edel-Cowboys dar. Fast alle hatten irgendwelche krummen Gliedmassen. Das Resultat unzähliger Blessuren und Knochenbrüche.
Das Volk amüsierte sich, die Leute drückten ihre Begeisterung mit anfeuernden Zwischenrufen, aber auch mit Pfiffen ihr Missfallen aus, wenn der Reiter nicht ihren Vorstellungen entsprach. Country-Musik schepperte aus unzähligen Lautsprechern. Aus <Rodeo-Time>

Der Wolf

Ein seltsamer junger Mann war bei Jim aufgetaucht. In Lumpen gekleidet, zu Fuss, mit einem Bündel über der Schulter sei er dahergekommen, erzählte dieser. Das Verrückte daran sei, dass sich in seinem Gefolge eine ausgewachsene Timberwölfin befände. Sue und ich rätselten, wer er sein mochte, und konnten es nicht lassen, nachzuschauen, wo er sich gerade befand. Uns faszinierte vor allem die Botschaft, dass er einen richtigen Wolf mit sich führen soll.

Mitten auf dem Heufeld stand er und verlangte den Boss zu sprechen. Rein zufällig hatten wir dort mit unseren Nachforschungen begonnen. Sofort verwickelten wir ihn in ein Gespräch. Die Schönheit der mächtigen silbernen Wölfin verschlug mir die Sprache. Misstrauisch musterte das Tier mich mit seinen unergründlichen bernsteinfarbenen Augen, so dass mir ganz beklommen zumute wurde. «Darf ich sie streicheln?», fragte ich den Mann. Ein der Wölfin gar nicht unähnlicher, aber menschlicher Blick streifte mich kurz, dann sagte der Mann etwas zu ihr und erlaubte mir daraufhin, sie zu berühren. Ehrfürchtig strich ich ihr über den Rücken und erkundigte mich nach ihrem Namen. <Lost>, heisse sie, erklärte er mir. Das fand ich sehr seltsam, denn <lost> bedeutet <verloren>. «Wie kommst du auf solch einen traurigen Namen?», wollte ich wissen. Ein Seufzer begleitete seine Antwort: «Ach, weisst du, weil die Wölfe auf unserem Planeten alle verloren sind, der Ausrottung preisgegeben. Gegen das böseste aller Raubtiere, den Homo sapiens, haben Wölfe keine Chance.» Dazu blickte er mich mit traurigen Augen an. «Eines Tages», redete er weiter, «wird der Mensch dafür bezahlen!» Nach einer Pause: «Dann wird es aber zu spät sein! Viel zu spät.» Fasziniert starrte ich dem Sprecher in die Augen und versuchte sein Alter zu ergründen, was schwierig war angesichts seines leicht ergrauten, struppigen Vollbarts. Der Stimme und auch seinen Händen nach konnte er nicht alt sein.

Eine tiefe Traurigkeit erfasste mich, über die Sue nur lachte, als ich es ihr später sagte. «Laura!», rief sie tadelnd, «denk doch mal nach, Wölfe haben hier keinen Platz mehr, sie fressen uns die Kälber weg!» Schliesslich meinte sie achselzuckend: «Dieser Typ spinnt doch eindeutig, vergiss ihn.»

 Wie ich es leider nicht anders erwartet hatte, fand Gian keine Verwendung für den eigenartigen bärtigen Mann mit dem langen Nackenhaar. Nicht weil es keine Arbeit gegeben hätte, nein, er traute ihm nicht über den Weg. Normale Menschen hatten bei ihm kurze Haare. Dieser hier ähnelte zu sehr einem Hippie, und somit brachte er ihn automatisch in Zusammenhang mit Drogen. Das sagte er ihm zwar nicht direkt ins Gesicht, er hatte aber keine Zweifel offen gelassen über seine Einstellung.

So wanderte der Fremde weiter Richtung Dans und Ellys Haus. Erleichtert vernahm ich etwas später von Elly, dass Dan das seltsame Gespann für ein Weilchen aufgenommen habe und dass er den Mann irgendwie beschäftige, obwohl er eigentlich gar keine Hilfe benötigt hätte. Er futterte die beiden mageren Gestalten ein wenig auf und schenkte ihnen vermutlich das Wertvollste: Vertrauen! Mich berührten die zwei einsamen Wanderer, von denen eine Art Melancholie ausging, die mir unter die Haut ging. Liebend gerne hätte ich mehr von ihnen erfahren. Von diesen zwei Wesen, die so gar nicht mehr in unsere kalte Welt, wo hauptsächlich Profit das Sagen hat, passten.

Ein paar Tage später berichtete Dan, dass Mann und Wolf während der Nacht, ohne Abschied, verschwunden seien. Ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Als wären sie nie da gewesen.

 Humpel-Charly und die Indianer

 Charly war ein alter Cowboy, der ab und zu auf der Bear Valley Ranch aufkreuzte, um ein bisschen Geld zu verdienen, und war einer von denen, die ihr eigenes Pferd mitsamt Transporter mitbrachte.Wie und wo er wirklich lebte, wusste niemand in dieser Gegend. Er tauchte auf und verschwand wieder. Sein Hinken war für uns alle ein Rätsel. Sven behauptete, er habe es im Zweiten Weltkrieg in Europa eingefangen. Andere behaupteten, es sei angeboren. Als ich Charly danach fragte, wich er mir mit finsterem Gesicht aus und machte damit deutlich, dass er nicht darüber reden wollte und mich das einen Dreck anginge. Meine Neugierde nervte ihn, glaube ich, ziemlich. Wir alle mochten ihn gerne. Gian schätzte ihn als zuverlässigen Mann für fast alles. Trotz seinem Gebrechen ritt er, ähnlich wie Sven, als wäre er auf dem Pferderücken geboren. Kam dazu, dass er für einen Cowboy erstaunlich zart mit Tieren umging. Sven und er mussten ungefähr im gleichen Alter sein, so um die sechzig oder etwas darüber. Sie kamen gut miteinander aus. Ich vermutete sogar, dass Sven haargenau über Charly Bescheid wusste, aber seinem Freund zuliebe dicht hielt. Auf jeden Fall war Charly jedes Mal, wenn er auf der Ranch auftauchte, allseits hochwillkommen.

Andy versprach mir, mich demnächst einmal zu einem Indianerball ins Reservat mitzunehmen. Dazu liess ich mich natürlich nicht zwei Mal bitten, denn ich war noch nie im Reservat. Alleine würde ich mich auch gar nie hinwagen. In männlicher Begleitung aber war es zu verantworten. Das erlebte man sicherlich nicht jeden Tag.                                                                                    

Heute war es so weit. Ich schlug vor, dass wir in meinem Auto fahren würden. Andy hatte ja kein eigenes. Und Gian fragen, ob wir den Jeep haben könnten, wollten wir beide nicht, weil wir genau wussten, dass für Gian das Gefährt auf die Ranch gehört und nicht für Ausflüge an Partys verwendet werden soll. Kein Problem für uns. Ich hatte ja jetzt mein eigenes, wenn auch nicht immer zuverlässiges Fahrzeug.

Schmalzige Westernmusik schepperte uns aus einer so genannten <Halle> entgegen, die mir eher wie eine riesige Bretterbude vorkam. Rülpsende Gestalten wälzten sich draussen im Gras herum. Zweifellos handelte es sich um besinnungslos Besoffene. Mein anfänglicher Enthusiasmus schwand zusehends. «Gehen wir wirklich da hinein?», fragte ich Andy schockiert. «Ja, was denn sonst?» Der markierte natürlich den Helden, und er schob mich vor sich her durch eine Mauer von Zigarettenqualm mitten ins festliche Treiben. Verunsichert hielt ich mich möglichst nahe an seiner Seite oder hart hinter ihm. Man wusste ja nie. Den Wänden entlang zogen sich schmale Holzbänke. Indianermädchen in aufreizenden Kleidern drückten sich darauf herum und hielten kichernd nach allfälligen Tänzern Ausschau. Die Hälfte davon wirkte ungepflegt und ebenfalls alkoholisiert. Pärchen knutschten in den Ecken herum, in einer Weise, die mich selbst als aufgeklärte Europäerin verlegen wegblicken liess. Nachdem ich mich an den Qualm einigermassen gewöhnt hatte, erblickte ich auch ein paar Weisse, was mich erst einmal etwas beruhigte. Viele Paare tanzten eng umschlungen. Kaum hatten wir uns mit je einer Dose Bier an einem Tisch niedergelassen, entdeckte Andy am andern Ende des Saales ein Mädchen, dem, wie er mir grinsend erklärte, der Ruf anhing, in einschlägigen zwischenmenschlichen Belangen ziemlich freizügig und überhaupt nicht wählerisch zu sein. Sagte es, stach los und verschwand mir nichts, dir nichts. Ich geriet in helle Panik, in absolute Alarmbereitschaft und verpasste Andy im Geiste alle möglichen Übernamen, wie zum Beispiel brünstiger Ziegenbock, blöder, unmöglicher, unanständiger Dreckskerl! Liess mich dieser Spinner doch einfach inmitten all dieser besoffenen Indianer sitzen. Und setzte mich damit sämtlichen Gefahren aus, die hier von allen Seiten auf mich neugieriges dummes Ausländerhuhn lauerten. Vor denen mich Sue und auch Gian mindestens hundert Mal schon gewarnt hatten. «Nur keine Furcht zeigen, sonst bist du verloren>, redete ich mir ein, dabei klopfte mein Herz bis zum Hals hinauf. Betont unbeeindruckt versuchte ich herumzuschauen und probierte gleichzeitig, mich möglichst klein zu machen. Zwei lallende Indianerburschen hatten mich offensichtlich bereits im Visier. Lange würde es nicht mehr dauern und ich würde mich gezwungen sehen, mindestens mit einem von ihnen zu tanzen. Weigerte ich mich, waren sie beleidigt und wurden vermutlich gewalttätig. Eine Weisse, die Indianer beleidigt, war nicht sehr geschätzt hier. Verzweifelt schaute ich mich nach Rettung um. Die, oh Wunder, in Gestalt von Humpel-Charly wie ein Lichtschein im Dunkeln auftauchte. Ähnlich einer Ertrinkenden auf den Rettungsring stürzte ich mich auf ihn und flehte ihn buchstäblich an, mit mir zu tanzen. Seinen Klumpfuss hatte ich in diesem Moment einfach vergessen.

Etwas erstaunt erwies er mir den Gefallen. Tanzen konnte man unser Gehopse zwar kaum nennen, aber immerhin fühlte ich mich beschützt, und das war mir in diesem Moment tausend Mal wichtiger als jede perfekt hingelegte Polka. Scheu fragte ich ihn, ob er mich vielleicht heimfahren könne, und hoffte, dass meine Panik nicht allzu offensichtlich war. Der gute Kerl willigte sofort ein. Ausser sich schimpfte er mit mir: «Wie um alles auf der Welt kommst du überhaupt hierher? Das ist doch kein Ort für ein anständiges Mädchen! Hier leben weisse Girls gefährlich. Wusstest du das denn nicht?» Beschämt gab ich zu, dass man mich mehrmals gewarnt hätte. Aber dann drehte ich die Stimme wütend auf und erzählte ihm, ich sei ja gar nicht alleine hergekommen. Ich sei mit dem verdammten Schweizer von der Bear Valley hier, aber der habe sich mit einer Indianerin ins nächste Gebüsch abgesetzt. Entsetzt schüttelte Charly sein graues Haupt. Dennoch wurde ich das peinliche Gefühl nicht los, dass er über die Geschichte von Andy und dem Mädchen auf den Stockzähnen grinste. Vielleicht spielte da die berühmte Männersolidarität mit.

Von Andy gab es weiterhin weit und breit keine Spur. Dabei hatte der unselige Lümmel meine Autoschlüssel bei sich. Am Ende knutscht er in meinem Auto herum. Tolle Vorstellung. Morgen werde ich die Kiste vorsichtshalber gründlich putzen, nahm ich mir vor. Hoffentlich soff ihm auf dem Heimweg der Motor ab. Ich wünschte ihm von ganzem Herzen eine endlos lange Panne, einen Kälteeinbruch, vielleicht vorher noch eine Tracht heilsamer Prügel von einem der besoffenen, eifersüchtigen Typen.

Charly, ganz Kavalier, brachte mich in seinem alten, klapperigen Truck sicher und schnell zur Ranch. Höflich eilte er ums Vehikel herum, öffnete mir galant die Türe und verabschiedete sich dann mit einer Verbeugung, die jeden englischen Gentleman beschämt hätte. Vor lauter purer Dankbarkeit musste ich mich zurückhalten, ihn nicht zu küssen. Meine Erleichterung, dank ihm in Sicherheit zu sein, war gigantisch. Nicht vorzustellen, was ohne sein Auftauchen mit mir alles hätte passieren können. Mein Bedarf an Indianerbällen war vorerst eindeutig gedeckt.

Eine Woche später kam Sue ganz aufgeregt angerannt und teilte mir mit, Charly habe offiziell bei ihr um meine Hand angehalten. Ihr sei fast der Atem weggeblieben. So diplomatisch wie möglich habe sie ihm erklärt, dass das nicht ginge, weil ich bald wieder in die Schweiz zurückkehren müsse. Das habe er dann, wenn auch mit Bedauern, sehr verständnisvoll aufgenommen. Du lieber Himmel! Guter alter Charly! Fast tat er mir leid. Sue und Gian zogen mich noch wochenlang auf mit meinem verschmähten Bräutigam. Ich glaube, Gian redete Andy ziemlich deutlich ins Gewissen. Immerhin hatte der mein Auto unversehrt zurückgebracht. Leider für einmal ohne Panne. So ungerecht war das Leben manchmal.

 

Der Kamelhengst

Erschrocken schiesst Angie hoch, springt aus dem Bett und greift nach den auf dem Boden verstreuten Kleidern.
„Was war das?“, fragt Heiner nervös.
„Micky! Sie ist unten.“
„Das darf ja nicht wahr sein, was tut sie hier? Hast du nicht gesagt, sie sei heute den ganzen Tag weg?“
„Ja, so war es vereinbart. Ich weiss auch nicht, warum sie jetzt plötzlich auftaucht. Ich schau mal nach, vielleicht hat sie was vergessen.“
Als Angie keine Anstalten macht, sich mit dem Ankleiden etwas zu beeilen, wird Heiner, der bereits in seiner Hose steckt, ungehalten.
„Verdammt noch mal, auf was wartest du noch? Beeil dich ein wenig, geh nach unten, lenke sie ab, damit ich ungesehen verschwinden kann!“
„Hosenscheisser“, denkt Angie verachtungsvoll. Sein rüder Ton verletzt sie sehr. Mühsam beherrscht macht sie auf kooperativ und lenkt ein: „Okay, okay, ich beeile mich ja.“
„Micky! Miiickiilein! Bist du es?“
„Ja, Mama, ich habe mein Handy vergessen und jetzt finde ich es nicht, ich brauche es aber dringend. Hast du eine Idee, wo es sein könnte?“
„Einen Moment, Schätzchen, ich bin gleich unten.“
Eilig lotst sie ihre Tochter in die Küche und redet überlaut auf sie ein. Derweil macht sich Heiner klammheimlich durch die Hintertür davon. Leider aber nicht leise genug. Micky horcht auf und geht zum Fenster. „Mama, da war doch jemand?“
„Ach wo!“, zerstreut sie ihre Bedenken eilig. „Papa ist ja weg, wer sonst sollte schon hier sein?“
Angies Kommentar wirkt trotz unschuldigem Augenaufschlag nicht sehr überzeugend auf ihre Tochter. Sie kennt ihre Mutter gut genug um zu ahnen, dass da etwas faul ist. „Komisch, ich bin sicher, dass ich jemanden die Treppe herunterkommen hörte, der dann durch den Garten davonrannte. Mir aber egal!“
Achselzuckend konzentriert sie sich wieder auf die Suche.
„Leider ist es ausgeschaltet, sonst könntest du mich anrufen und wir fänden es im Nu.“
„Hast du schon in der Jeansjacke, die du gestern trugst, nachgeschaut?“
„Hey! Genial, klaro, dort ist es. Wo ist das Teil?“
„Unten, in der Wäsche.“
Hastig stöckelt Micky nach unten. „Ständig wäschst du meine Klamotten, selbst wenn sie es gar nicht nötig haben“, mault sie und schnappt sich das Telefon, welches tatsächlich in der Jackentasche steckt, „und bitte bügle mir die Jeans nie mehr, hast du verstanden? Nie mehr! Bügelfalten sehen mega abgefuckt aus, richtig spiessig!“
„Darauf verzichte ich noch so gerne“, gibt Angie beleidigt zur Antwort, „ich brauche ja nicht darin herumzulaufen und mich zu schämen. Diese Mode ist eh schon scheusslich genug, du hast recht, da kommt es auf ein paar Knitterfalten auch nicht mehr an. Bei euch Jungen weiss man nie, ob ihr demnächst gänzlich ohne Hosen dasteht oder nicht. Wie die halten, ist mir schleierhaft.“
„Brauchst du auch gar nicht zu wissen, aber ich sehe, du bist noch lernfähig! Jetzt muss ich leider aber los! Tschüss, bis heute Abend!“ Weg ist sie.
Aufatmend sinkt Angie auf einen Stuhl und überlegt sich, ob sie Heiner anrufen soll.
„Ach, was soll’s“, denkt sie plötzlich ärgerlich. „Der hat sicher wieder diese scheiss Combox drin. Er will untertags nicht gestört werden! Männer sind ja so was von unentschlossen!
Aber den kriege ich schon noch weich. Eines Tages wird der nicht mehr kneifen. Männern muss man immer etwas auf die Sprünge helfen. Heiner ist da keine Ausnahme. Seine tugendhafte Lisa hat ihn schon jetzt halbwegs verloren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.“
Zufrieden zündet sie sich eine Zigarette an und raucht genüsslich. Dann macht sie sich summend ans Aufräumen im Schlafzimmer, wo noch immer eine Spur von Heiners Geruch hängt

 

Vom Leben, von Hunden ... Hasen und verstauchten Zehen


Folgende Beschreibung stellte mir die Fila-Brasileiro-Züchterin Barbara Kissling für das Buch zur Verfügung.

Ursprung des Fila-Brasileiro:

«Darüber existieren viele verschiedene Meinungen. Anzunehmen ist, dass er aus der Vielfalt der doggenartigen Hunde abstammt, die von den Konquistadoren mit nach Brasilien gebracht worden waren. Zuerst wurde er als Cao Cabecudo (grossköpfiger Hund) bezeichnet. Seine Aufgaben in Brasilien bestanden aus der Jagd nach dem Onca (Jaguar), der Bewachung grosser Viehherden auf dem Weg in die Schlachthöfe und dem Bewachen und Beschützen der Sklavenkarawanen ins Innere des Landes. In der heutigen Zeit wird er in Brasilien vor allem als Wächter und Beschützer der Fazendas und vereinzelt auch im Polizeieinsatz eingesetzt. Die hervorragende Nase und die faltige Haut verdankt der Hund dem Einkreuzen des Bloodhounds. Für seine beachtliche Grösse ist er ein aussergewöhnlich robuster und langlebiger Hund. In falschen Händen kann er böse und unberechenbar werden. Keinesfalls gehört der Hund in einen Zwinger.
 Zu seiner gesunden Entwicklung braucht er seine Menschen um sich. Wie alle Hunde, darf man auch einen Fila nie mit kleinen Kindern alleine lassen. Ein gut sozialisierter,  früh an Menschen gewöhnter Fila wird zwar zu einem guten, gesellschaftsfähigen Begleithund, sein Misstrauen gegen einzelne, sich annähernde Personen wird er aber immer beibehalten.

 

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